Cassys Blog über Männer, Frauen, Erotik & Feminismus

 

  

11. März 2021 von Cassandra Bouffier


Oszillation – Oder: Fremdworte in Erotik-Romanen

 

 

Hallo, meine Lieben!

Oszillation scheint momentan ein äußerst beliebtes Wort in Erotik-Romanen zu sein. Es gibt eine Menge, was oszilliert: Zahnbürsten über makellos weißen Zähne, wilde Blicke über Gesichter, Baumwipfel im silbernen Mondlicht. Da dachte ich: Wenn das so populär ist, springst du auch mal auf den Zug.

Da im Krieg, in der Liebe und in Büchern alles erlaubt ist, habe ich in einem Entwurf meine Protagonisten nachts in eine Turnhalle geschickt. Passt zwar nicht in die Story, aber egal! Michael bricht das Schloss auf (der darf das) und schiebt Charlie hinein.

Turnhallen haben leider das Problem, dass sie nicht sehr gut riechen und ein grässliches Licht verbreiten. Macht nix! Es wird so viel literarischer Blödsinn verzapft (vor allem in Liebes-Romanen), da kann man schon mal frische Luft und einen Lichtspot einbauen.

Die Szene:
Charlie liegt mit ihrem makellosen Alabasterkörper im Evakostüm auf einer dunkelblauen Matte. Die blonden Haare fächerförmig um ihren Kopf drapiert. Ein Bein ausgestreckt, das andere leicht nach innen angewinkelt. Ein Arm umrandet dekorativ ihren Kopf, der andere liegt an der Seite. Augen halb geschlossen, Mund leicht geöffnet. Die Halle ist dunkel, Spot an, Charlies Körper schimmert in weiß-blauem Licht.

Habt ihr? Okay!

Plötzlich – wie aus dem Nichts – oszilliert Michael im Adamskostüm an einem Toprope über der Matte. (Den Teil, in dem er fluchend das Hanfseil hochkletterte, erspar ich den männlichen Lesern besser.) Charlie stößt einen kleinen Schrei aus, legt den Handrücken an die Stirn und ruft: „Nein! Nein! Nein!“. (Weglaufen lassen kann ich sie leider nicht; da kämen ja die schön drapierten Haare durcheinander) Mit einem Knurren lässt Michael sich fallen und stürzt sich auf sie.

Also, ich finde die Idee hervorragend! Der Fairness halber fragte ich die beiden aber nach ihrer Meinung.

Charlie warf einen kurzen Blick zu Michael und brach in schallendes Gelächter aus.
Michael beugte sich zur mir, sah mich mit schmalen Augen an und presste zwischen zusammengebissenen Zähnen „Untersteh dich!“ hervor.

Ähhh … ja! Damit dürfte das wohl vom Tisch sein. :biggrin:

 

Ich wünsche Euch noch eine schöne Zeit.
Eure

 

 

 

Autor: Cassandra Bouffier

Großstadtkatze und Bloggerin aus dem Rhein-Main-Gebiet. Sternzeichen Weibsstück, Aszendent Biest. Schreibt und lästert vorwiegend über Erotik, Männer, Frauen und Partnerschaften. Auch zu finden auf Google+ und Twitter

10 Kommentare

  1. Ich mag ja Fremdworte, aber den Satz hätte ich nicht verstanden.

  2. Also ich weiß nicht… Das Wort habe ich zuletzt in der Schule gehört (wenig sexy) und musste erstmal googeln, wusste nur noch, dass es mit Bewegung zu tun hat. :blush:

    • Als ich es das erste Mal gelesen hatte, musste ich auch guugeln. Aber wie es scheint, übt es eine gewisse Faszination auf manche Autoren aus.

      Vielleicht sollte ich mal den Duden durcharbeiten, ob’s nicht irgendwas in der Richtung gibt, dass noch nie benutzt wurde. Der Leser wird es nicht verstehen, aber es verleiht dem Werk bestimmt einen intellektuellen Touch. Ich muss mir dann nur noch merken, was es heißt. :biggrin:

  3. UA…wenn ich alleine an den Geruch dieser blauen Gummimatten zurückdenke…ausserdem entwickeln die sehr viel Reibungswärme. Also müsste man das Ganze mit reichlich mit Glitschi-Flutschi-Orgy-Öl aus dem Fachhandel fluten, was am nächsten Tag beim Turnunterricht zu vorstellenswerten Szenen führen könnte.
    Aber gut dass Sie Ihre Protagonisten noch um ihre Meinung fragen!
    Einen recht schönen oszillierenden Tag!

    • Das stimmt! Erst wollte ich ja auch eine Schlammcatch-Location nehmen, aber dabei hätte ich das mit den schön drapierten Haaren weglassen müssen. Und die waren mir schon sehr wichtig.

      • Ja das mit den Haaren kann ich verstehen – ist später bei der Verfilmung auch ein wichtiges Element! Hmmmm…was ist mit den Ringen?

  4. Oszilliert Michael im Adamskostüm das Hanfseil an seinen Eiern mit einem schmerzhaftem Jodeln auch wieder runter? Oh mann, diese erotische Neuinterpretation von Tarzan und Jane in der Turnhalle finde ich ganz großartig, falls du noch einen Sprecher für die Hörspielversion brauchst… ich bewerbe mich hiermit offiziell für die Rolle von Tarzan…ähhh, Michael 😉

    • Nein, das nicht! Aber frag nicht nach seinem Blick, als ich zwei Mal „Nein, Michael, so doch nicht!“ gerufen hatte, und er das Ding das dritte Mal hochgeklettert ist.
      Ich gestehe, ich ließ mich von der Bettwäsche meines Nachbarn inspirieren. :biggrin:
      Du stehst an allererster Stelle. :zwinker:

  5. Wäre in deinem Roman nicht auch noch Platz für einen zweifelhaften Charakter ehemaligen Blogger mit Bärenfell, der mächtig doll oszillieren kann??? :mrgreen: