Cassys Blog über Männer, Frauen, Erotik & Feminismus

 

  

18. März 2015 von Cassandra Bouffier


Vibrator statt Angst?

Oder: Wieso Promiskuität keine Schande ist

 

Hallo, meine Lieben!

Bei fem.com erschien diese Woche der Artikel „Eltern sollen Töchter einen Vibrator schenken„. In dem steht, amerikanische Sexualpädagogen forderten Eltern auf, ihren Töchtern einen Vibrator zu schenken, anstatt sie „mit Geschichten über Geschlechtskrankheiten oder anderen Horror-Szenarien vom Sex abzuhalten.“ Eine falsche Aufklärung hätte nämlich unter anderem zur Folge, dass „immer weniger Frauen beim Akt einen Orgasmus hätten“ und deshalb kämen „20 bis 30 Prozent nie zum Orgasmus während des Akts“.

Pädagogen sind ein Völkchen für sich (ich weiß wovon ich rede; ich hab zwei in der Familie), aber das kann ja wohl nicht deren Ernst sein? Wie soll man sich das vorstellen? Die Eltern sitzen mit dem pubertierenden Töchterchen am Esszimmer-Tisch, Mutti erklärt mit dem laufenden Vibrator in der Hand worum es geht, und Vati steuert seine Erfahrungen bei? Will man das als Kind wirklich so bildhaft vor Augen geführt bekommen? Davon mal abgesehen, klären doch eher Mütter ihre Töchter auf, oder nicht? Zumindest war das bei mir noch so. Mein Vater erklärte mir nur zusätzlich, wie Männer ticken. Gut! Eher, wie er tickt, aber immerhin. :zwinker:

Eltern, die Horror-Szenarien entwerfen, um ihre Töchter vom Sex abzuhalten, werden unter Garantie keinen Vibrator verschenken. Um Geschlechtskrankheiten zu vermeiden, würde es ausreichen, ihnen einzuschärfen, immer ein Kondom bei sich zu tragen. Kein Mensch ist so blöd anzunehmen (hoffe ich zumindest), dass die Gefahr einer Ansteckung im Laufe der Jahre geringer wird, oder?

Hinter dieser „Empfehlung“ versteckt sich meines Erachtens eine ganz andere Strategie: Töchter sollen Sex zwar genießen lernen, aber mit möglichst wenig Männern. Denn eins steckt doch immer noch in den Köpfen fest: Männer dürfen fröhlich in der Gegend herum vögeln, während Frauen sich dabei doch bitte zurück halten sollen. Sie könnten letzten Endes – Gott bewahre – Vergleiche anstellen und der aktuelle Partner unter Umständen dabei schlecht abschneiden. Nein? … Doch! Ihr glaubt nicht, wie oft ich schon folgende Überschriften in Foren gelesen habe:

  • Meine Freundin hat mehr Erfahrung als ich. Jetzt fühle ich mich total unsicher und weiß nicht, wie ich damit umgehen soll.
  • oder

  • Ich hatte schon viele Sexual-Partner. Was sag ich denn meinem Freund, wenn er danach fragt?

Dr. Sommer lässt grüßen!

Dazu gibt es auch einen sehr schönen Artikel in der Cosmo mit dem Titel „Wie viele Liebhaber sollte eine Frau gehabt haben?“. Zitat:

„Wir Frauen sind sehr erotische Wesen, die Liebe in all ihren Spielarten macht uns Spaß. Ein wirklich guter Liebhaber hat bei uns keine Nebenbuhler oder Nachfolger, es sei denn, er verlässt uns wegen einer 19-Jährigen mit Silikonbrüsten. Und dann ist er kein guter Liebhaber mehr, sondern ein schwanzgesteuerter Idiot.“

:biggrin:

Wie wäre es denn mal mit einer sozialpädagogischen Studie, wie viele Jungs von ihren Eltern aufgeklärt werden, wie man a) eine Frau zum Orgasmus bringt und b) dass gleiches Recht für alle gilt?

 

Ich wünsche Euch fröhliches Vibrieren.
Eure

 

 

Autor: Cassandra Bouffier

Großstadtkatze und Bloggerin aus dem Rhein-Main-Gebiet. Sternzeichen Weibsstück, Aszendent Biest. Schreibt und lästert vorwiegend über Erotik, Männer, Frauen und Partnerschaften. Auch zu finden auf Google+ und Twitter

2 Kommentare

  1. Das sehe ich auch so!
    Und ich persönlich bin froh, einen reichen Erfahrungsschatz zu haben… Wenn man dann irgendwann verheiratet ist, hat man nicht mehr so das Gefühl, dass man viel verpassen könnte 😀 :whistle:

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.


:-) 
;-) 
:D 
:mrgreen: 
:lol: 
:rofl: 
:-B 
:bravo: 
:winken: 
:clown: 
XD 
:cool: 
:razz: 
:yes: 
:whistle: 
:blush: 
:( 
:mad: 
:cry: 
:roll: 
mehr...