Cassys Blog über Männer, Frauen, Erotik & Feminismus

 

  

5. April 2014 von Cassandra Bouffier


Adjektive in Erotik-Romanen

 

Hallo, meine Lieben!

Nach ich weiß nicht wie vielen Zwischenfällen, Hindernissen und Verzögerungen ist mein Buch jetzt endlich fertig. :juhu: Jetzt kommt noch die Frimelei mit den Anschreiben und das Erstellen eines Lebenslaufs. Dann wird der erste Verlag angeschrieben. Drückt mir doch alle mal bitte die Daumen! Danke! :grins:

Dadurch habe ich auch wieder mehr Zeit, andere Romane dieses Genres zu lesen. Und bin immer wieder erstaunt, wie unterschiedlich die (meist weiblichen) Autoren Szenen beschreiben. Das reicht von

„Richard machte ein maskulines Geräusch.“
(Kindle „Touch of Pain“ von Linda Mignani Position 461)
“ Sie […] und machte ein unglaublich sinnliches Geräusch“
(Kindle „Touch of Pain“ von Linda Mignani Position 1186)

bis hin zu

„Sein durchtrainierter Körper fühlte sich sehniger an als sie ihn in Erinnerung hatte. Seine Muskeln schienen aus gehärtetem Stahl zu sein. Er schien sich zu der reinen, potenten Essenz seiner selbst verdichtet zu haben.“
(Hörbuch „In den Schatten lauert der Tod“ von Shannon McKenna Kapitel 5, 18:13 m)
„Er drückte ihre weichen Schenkel auseinander […] wölbte die Hände um ihre rosigen Pobacken […] den aufreizenden Flaum dunkler Löckchen. Gleich einer saftigen Frucht öffnete er sie […] ließ seine Zunge über die schimmernden, köstlichen Falten […]“
(So geht es noch eine Weile weiter, aber ich brech‘ hier mal ab.)
(Hörbuch „In den Schatten lauert der Tod“ von Shannon McKenna Kapitel 5, 44:40 m)

Bei allen gleichermaßen beliebt ist allerdings das Wort „geschmeidig“. So gut wie immer im Zusammenhang mit Bewegungen von Männern.

„David kam auf lächelnd auf sie zu, geschmeidig wie Seide, die einem über die Haut floss.“
(Kindle „Touch of Pain“ von Linda Mignani Position 346)

In Erinnerung ist mir auch noch „geschmeidig wie ein Panther“. Leider weiß ich nicht mehr, aus welchem Buch diese Beschreibung ist. Männer in solchen Romanen stehen geschmeidig auf, setzten sich mit einer geschmeidigen Bewegung hin und … und … und …

Adjektive – ob in Erotik-Romanen oder anderen – sind bei Lektoren und Autoren viel umstritten. Die einen lehnen sie komplett ab; andere argumentieren, es ginge nicht ohne. Es geht tatsächlich nicht ohne, es sei denn, man schreibt ein Sachbuch oder eine Betriebsanleitung. Obwohl ich es mir interessant vorstelle, beim Zusammenbau eines Regals die Anweisung zu erhalten den „geriffelten, abgerundeten Holzdübel A möglichst gefühlvoll und tief in das passende Loch B zu stecken“. :biggrin:

Wie bei vielen Dingen gilt auch hier: Jede Schreibweise hat ihre Anhänger bzw. Leserschaft. Die einen wollen den „ängstlichen Gesichtsausdruck“, andere „die geweiteten Augen“, das „Herz, welches schneller schlägt“ oder „in die Hose rutscht“ und das „aschfahl“ werden.

Auf Adjektive möchte aber kaum ein Leser verzichten. Weil Erotik-Romane Bilder im Kopf erzeugen sollen. Und eben kein Tutorial sind. :zwinker:

 

Ich wünsche Euch noch eine schöne Zeit.
Eure

 

 

 

Autor: Cassandra Bouffier

Großstadtkatze und Bloggerin aus dem Rhein-Main-Gebiet. Sternzeichen Weibsstück, Aszendent Biest. Schreibt und lästert vorwiegend über Erotik, Männer, Frauen und Partnerschaften. Auch zu finden auf Google+ und Twitter

21 Kommentare

  1. Ich hoffe, du lässt uns jetzt nicht zu lange zappeln, bis wir deinen Roman lesen dürfen :yes: ?

  2. Gaaanz gaaanz fest Daumen drück :bravo:
    (Und – nachdem ich mir dieses shades of grey Buch mal angeschaut hab – dein Buch ist 100% sicher viiiiel besser!!)

  3. „Maskulines Geräusch“? Das klingt noch besser als Flatulenz 😀

    Die Daumen sind natürlich gedrückt!

  4. Dauem gibt es gerne. Logisch. //

    btw: Ist es wichtig, dass im Lebenslauf einer Autorin die einen Erotik-Roman geschrieben hat, dieses Genre auch hier reflektiert wird? Jeder schreibende Mensch tut dies in einem Genre, das ihm irgendwie gut von der Hand geht oder positive Verknüpfungen hat. Gerade im Erotik-Bereich (so meine unbewiesene Meinung) muss man den Lesenden die eigene Phantasie vor dem Kauf des Werkes etwas anschieben, da aufgrund des Jugendschutzes vermutlich der Umschlag nicht mit Einzelheiten aus dem Inhalt beschrieben werden darf (stimmt das?), muss also das Autorenprofil herhalten. Oder mache ich mir gerade um Sachen Gedanken, die gänzlich verquer sind? :doh: :sceptical:

    • Deine erste Frage verstehe ich leider nicht. Was meinst Du mit Lebenslauf? Welche Autorin? Ich? Und warum sollte das Genre hier nicht reflektiert werden? Es wäre nicht das erste Mal, dass ich das anschneide.Zurzeit ist es nur wieder mal aktueller, da ich mit Leuten, die das Buch bereist gelesen habe, darüber diskutiere. Und – wie oben beschrieben – auch selbst wieder mehr Bücher dieser Art lese. Als Blogger hat man ja die Angewohnheit, über das zu schreiben, was einen beschäftigt,

      Der Klappentext auf dem Umschlag ist immer eine Gratwanderung zwischen anfixen und „nicht zu viel preisgeben“. Meistens wird aber ziemlich genau beschrieben, um was es geht. Die Cover lassen oft auch keine Fehlinterpretation zu. Und wenn man dann noch einen „Blick ins Buch“ wirft, weiß man eh gleich, was die Uhr geschlagen hat.

      Wenn Du mein Autorenprofil meinst; Das ist unverändert, seit ich es vor ein paar Monaten eingestellt habe, :zwinker::

      • Etwas ungeschickt formuliert, ich meinte das Autorenprofil. Ich frage mich, ob man das irgendwie an dem Inhalt des Bücher ausrichtet um dem potentiellen Leser ein verstärktes Gefühl der Authentizität des Buches zu vermitteln. Quasi den Kaufanreiz zu verstärken. Wobei ich nicht einschätzen kann, was den Kaufanreiz an einem erotischen Roman im besonderen (wenn überhaupt) auslöst. :sceptical:

        • Nein! :zwinker: Was keiner meiner Leser weiß: Der Blog wurde zeitgleich mit Fertigstellung des ersten Manuskripts erstellt und war eigentlich als Autorenblog geplant. Das Buch erschien sogar in dieser ersten (und zugegebenermaßen ziemlich schlechten) Fassung. Damals lief aber so ziemlich alles schief, was nur schief laufen konnte, Meine Anfängerfehler mit eingeschlossen. Daher landete das Ding in der virtuellen Schublade. Bis mich ein Bekannter wieder darauf angesprochen hatte.und es lesen wollte. Ich las es vorher aber selbst erst mal, schlug die Hände über dem Kopf zusammen und suchte mir eine gute (eine wirklich gute) Lektorin. Und fand die (für mich) beste. Mir ihr zusammen habe ich das Manuskript komplett überarbeitet und jetzt ist es endlich fertig. :lach:

          Aus dem Autorenblog wurde ein „normaler“ Blog. Es wird auch nach wie vor andere Themen geben. Allerdings will ich hier nicht – wie Du sicher verstehen kannst – zu viel über mein Privatleben preisgeben. Ich hab‘ schließlich noch einen anständigen Beruf. :biggrin: Wenn ich mal die Millionen scheffele, die ein – hier nicht genanntes – Buch einbringen, wird sich das vielleicht auch wieder ändern.

          Ich vertrete die Meinung, dass Liebes-/Erotik-Literatur für Frauen ist, was Pornos für Männer sind. Das ist aber tatsächlich nur meine ganz persönliche Meinung. Irgendeinen Grund muss es aber haben, wenn sich ein und die selbe Geschichte immer und immer wieder verkauft. Es gibt eigentlich nur drei Kategorien: erotische Liebesgeschichten, Roman mit leichtem BDSM-Touch und die ganz harte Literatur. Kopfkino für jeden Geschmack. Und nach wie vor verkaufen sich alle drei Kategorien wie warme Semmeln. :zwinker:

    • Ich weiß! :traurig: Das Plugin ist mittlerweile vier Jahre alt und wird nicht mehr aktualisiert. Zuerst hatte ich keinen Zugriff mehr auf die Einstellungen; jetzt funktioniert nur noch das Widget (was ich aber doof finde). Keine Ahnung, woran es liegt, aber ich bekomme es nicht mehr zu Laufen. Und einen adäquaten Ersatz gibt es leider nicht.

  5. Pingback: Mach Geräusche, Baby! - die liebeszeitung

  6. Tja, ich freue mich auf jeden Fall als „Beta-Leser“ auf den finalen Titel 😉
    Ich kann allen Bloglesern nur empfehlen, Geld in die Hand zu nehmen und gleich mehrere Exemplare zu kaufen – für der/die PartnerIn, Patentante, die Oma und den netten Typ an der Dönerbude.

    Investiert in die Erstauflage – Eure Enkelkinder werden Euch für dafür ein Denkmal errichten!

    Ansonsten frage ich mich gerade, ob man nicht mal versuchen sollte Aufklärung in Form von Ikea-Bauanleitungen oder Bedienungsanleitungen von japanischen Elektronikgeräten aus den 80ern zu formulieren…

    Geschmeidig getippt und maskulin grüßend :mrgreen:

  7. du hast mich da auf eine Idee gebracht. Habe gleich dazu mal einen längeren Blogpost verfasst: http://moechtegernheld.blogspot.de/2014/04/erotisches-ikea-material.html

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