Cassys Blog über Männer, Frauen, Erotik & Feminismus

 

  

20. April 2015 von Cassandra Bouffier


Apple vs. Android

 

Hallo, meine Lieben,

nachdem mein Handy-Vertrag verlängert wurde, konnte ich mir wieder mal ein neues Gerät aussuchen. Dieses Jahr fiel meine Wahl auf ein Smartphone mit Android-System.

Erstens: Weil ich ein Phablet haben wollte.
Zweitens: Weil ich ein Spielkind bin, das gerne mal was anderes ausprobiert.
Drittens: Um den Datenklau auf eine andere Plattform zu verlagern.

Beide Systeme haben Vor- und Nachteile, die teils Fakt und teils rein subjektiver Natur sind. Jeder hat an sein System andere Ansprüche. Mein Anspruch ist, bis zu einem gewissen Punkt noch Herr über meine eigenen Daten zu sein.

Sicherheit
Hier hat Apple (noch) die Nase vorne. Solange man am System nicht herumpfuscht (Stichwort: Jailbreak), ist man zu 99% auf der sicheren Seite. Bei Android ist dagegen eins gute Virenscanner-App unverzichtbar; vor allem, wenn man Apps aus anderen Quellen als dem Google Playstore herunterlädt. Aber selbst dann kann es zu Infiltrationen kommen, da Google die Apps (gerüchteweise) nicht so strikt kontrolliert wie Apple.

Bei Apple gibt es einen Menüpunkt „Datenschutz“, in dem man einzelnen Apps Zugriff auf den Standort gewähren oder verweigern kann. Ob bei Apple allerdings alle Apps aufgeführt sind, bleibt fraglich. Ich tippe eher nur auf die selbst installierten. Bei Android gibt es nur den Punkt „Apps, die nachfragen, erlauben, Standortinformationen zu verwenden“. Das kann man allerdings nachträglich noch einschränken (mehr dazu im nächsten Punkt).

Welche Rechte haben Apps, und was treiben die so im Hintergrund?
Manchmal ist weniger wissen besser, als zu viel. Bei der Kontrolle der Apps sowie deren Zugriffen könnte man locker ins Paranoia-Koma fallen. :zwinker: Aber es gibt auch Möglichkeiten, dem Datenklau bei Android bis zu einem gewissen Punkt Einhalt zu gebieten.

Apple stellte mal kurzfristig die App Clueful, mit der man kontrollieren konnte, welche Rechte die Dinger eigentlich haben, zur Verfügung. Diese ist – wen wundert’s – ganz schnell wieder aus dem Apple-Store verschwunden. Wer sich dafür interessiert, kann das auf der Clueful-Webseite offline kontrollieren. Allerdings hat man hier nicht viel Spielraum; außer, die risikoreichsten Apps wieder zu deinstallieren. Im Google Playstore gibt es die App noch, welche ich aber nicht benutze.

Bei Android erhält man diese Info vor der Installation. Leider sind die manchmal nicht sehr aussagekräftig. Und ob es gut oder schlecht ist, was die da so treiben, geht daraus auch nicht unbedingt hervor. Eine Kamera-App sollte natürlich auf die Fotos zugreifen können und eine Mail-App aufs Internet. Einige Apps wollen aber Daten haben, die sie überhaupt nichts angehen (z.B. Avira oder CCleaner Kontakt- und Kalender-Zugriff). Hallohooo!

Nun gut! Entweder man lässt die Finger von Smartphones oder man schafft Abhilfe. Und das geht mit Android ziemlich gut. Äußerst hilfreich sind dabei zwei Apps:

Permission Friendly Apps (zeigt die Berechtigungen selbst installierter Apps mit Hinweisen an). Eine ausführliche Liste mit deutschen Erklärungen und dem Hinweis „normal“ oder „risikoreich“ findet Ihr bei IzzyOnDroid.
Permission Manager (schränkt Berechtigungen aller Apps ein)

Besonders letztere ist für jeden Paranoiker unverzichtbar. Sie listet so ziemlich alles auf, was auf dem System installiert ist und auf was zugegriffen wird. Hier mal ein kleines Beispiel:

Berechtigungen

Avira soll meine Kontakte nicht lesen und auch nicht Nachhause telefonieren können; also deaktiviere ich das einfach. Leider hatte ich „Permission Manager“ zu spät entdeckt; aber zumindest kann ich weitere Zugriffe verhindern und auch bei künftigen Apps gleich einen Riegel vorschieben. Der Vorteil: Wenn eine App nicht mehr funktioniert, weil man zu viel Rechte entzogen hat, vergibt man die wieder. Oder löscht sie und sucht eine andere, die weniger neugierig ist.

Handhabung
Apple ist auf der einen Seite übersichtlicher und einfacher (auch wenn es erst mal nicht den Eindruckt erweckt), benötigt für die Synchronisation aber iTunes. Außerdem muss man die entsprechenden PCs, über die das erfolgen soll, anmelden. Android ist wesentlich unübersichtlicher, dafür kann man aber im Vorfeld schon eine Menge abfangen. Ein PC erkennt das System als externes Laufwerk; man kann also z.B. Fotos hin- und herschieben oder kopieren, ohne den Umweg über eine App nehmen zu müssen. Die Synchronisation läuft bei mir allerdings komplett über die App „MyPhoneExplorer“. Damit kann ich auf alles (inklusive SMS) zugreifen und synchronisieren.

Bezahlung der Apps
Hier punktet Apple in Sachen Anonymität mit seinen iTunes-Karten. Bei Android kann man über seinen Provider (kommt für mich nicht in Frage), seit neuestem wohl mit Paypal (hab ich nicht) oder per Kreditkarte zahlen. Normalerweise wäre das für mich ein Totschlag-Argument. Da ich allerdings schon seit geraumer Zeit eine Prepaid-Kreditkarte habe, um im Netz anonym einkaufen zu können, nutze ich die auch zum Kauf der Apps. Ansonsten muss man sich auf kostenlose beschränken.

Update 27.8.2014:
Izzy von IzzyOnDroid hat mich darauf aufmerksam gemacht, dass es im Handel wohl doch Guthaben-Karten gibt. Das werde ich mir bei Gelegenheit mal näher ansehen.

Preise und Auswahl der Smartphones
Darüber müssen wir – denke ich – nicht reden. Bei Android-Geräten hat man halt die Qual der Wahl.

Fazit
Machen wir uns nichts vor: Datenschleudern sind alle Systeme; vor allem, wenn man sie mit den Standardeinstellungen benutzt. Durch den „Permission Manager“ ist mir das Android-System allerdings zehn Mal sympathischer.

 

Ich wünsche Euch noch eine schöne Zeit.
Eure

 

 

Autor: Cassandra Bouffier

Großstadtkatze und Bloggerin aus dem Rhein-Main-Gebiet. Sternzeichen Weibsstück, Aszendent Biest. Schreibt und lästert vorwiegend über Erotik, Männer, Frauen und Partnerschaften. Auch zu finden auf Google+ und Twitter

10 Kommentare

  1. Hey Cassy! Ich musste ja tatsächlich erstmal Phablet googeln um gucken wovon du da überhaupt sprichst. Alter Schwede sind die Teile groß 😯

    Die Mädels können das Teil ja kaum mit einer Hand halten, und optisch sieht dass so aus als wenn so ein Phablet mittlerweile größer ist als der eigene Kopf 😀 Schick mal bitte das nächste mal ein Selfie von dir rüber wenn du mit dem Teil telefonierst :whistle:

    Viele Grüße!!!!

    • Beim Telefonieren sieht das wirklich etwas dämlich aus; daher benutze ich das nur mit Headset. :biggrin:
      Für die Arbeit ist es ideal: größer als ein eiFon und kleiner als das eiPäd mini. Und ich kann Notizen handschriftlich eingeben. Abends kommt dann das gute, alte eiFon wieder zum Einsatz. Das ist auf jeden Fall handlicher. :zwinker:

      Das mit dem Selfie muss ich mir nochmal überlegen bzw. da müsste ich alleine sein. Das Phablet am Ohr und das eiFon zum Fotografieren in der anderen Hand …? :nene:

    • Mr. Spanksen – Du solltest Dich nicht mit Mädels rumtreiben die große Teile nicht halten können…
      Ansonsten: 123,83 x 58,57 x 7,6 Millimeter bzw 158,07 x 77,79 x 7,1 – das sind wohl die Abmessungen der beiden Varianten des iPhone 6 :doh: – alles nicht mehr „handy“ sondern „pawy“…

  2. Hi Cassy,

    schöner Artikel – und ich freue mich natürlich besonders, dass er auch auf meine Site verlinkt (IzzyOnDroid) :mrgreen:

    Was das Thema „Bezahlung der Apps“ betrifft: Das Pendant zu den iTunes-Karten sind die Playstore-Karten, die es mit Guthaben zu 15, 25, und 50 Euro ebenfalls im Handel gibt – bei Rewe und Penny habe ich sie direkt neben den iTunes-Karten gesehen. Dieses „Totschlag-Argument“ kannst Du also auch „totschlagen“ 😉

    Wer sich komplett aus der Hand der „Datenkraken“ befreien möchte, dem darf ich evtl. einen weiteren Artikel (bzw. eine Artikel-Reihe, deren letzter Artikel gerade heute Früh live ging) empfehlen: „Android ohne Google“, zu finden bei IzzyOnDroid unter http://android.izzysoft.de/articles/named/android-without-google-1

    Weiter viel Spaß mit dem „Ghetto-Blaster am Ohr“, 😛
    Izzy.

    • Hallo, Izzy,
      Danke für den Hinweis. Da muss ich bei Gelegenheit mal die Augen in den Supermärkten aufhalten. Seltsamerweise habe ich darüber im Netz nichts gefunden.

      • Och, Cassy: Gib einfach einmal in die Google-Suchbox „google play guthabenkarten“ ein und staune 🙂 Alternativ zu „guthabenkarten“ geht auch der Begriff „geschenkkarten“. Ich kann mir nie merken, wie die Dinger offiziell heißen :blush: (steht dummerweise auch nicht auf den Teilen drauf). Gibts jetzt ungefähr seit einem Jahr. Ah: „Giftcards“, also doch Geschenk-Karten: http://play.google.com/intl/de_de/about/giftcards/

        Wenn Du mir noch eine Anmerkung erlaubst: „Bei Android ist dagegen eins gute Virenscanner-App unverzichtbar; vor allem, wenn man Apps aus anderen Quellen als dem Google Playstore herunterlädt.“ Nope. Mit ein wenig gesundem Menschenverstand sind die Teile völlig überflüssig (habe nie so eins benutzt: frisst nur unnötig Resourcen, und produziert mehr Fehlalarme als echte). Schau mal in meine diesbezügliche App-Liste, ganz am Ende bei der Zusatz-Information findest Du eine ganze Reihe Links die beschreiben, warum man so etwas nicht braucht: http://android.izzysoft.de/applists/category/named/security_antimalware – manche Artikel gehen sogar soweit, die AV-Apps als Sicherheitsrisiko einzustufen. Was ich aus mehreren Gründen nachvollziehen kann: Zum Einen, wenn ich mir anschaue, auf was die so alles Zugriff haben möchten (und warum andere das Gleiche auch ohne diese Permissions „können“) – und zum Anderen, weil viele sich mit so einer App in falscher Sicherheit wiegen, und genau deshalb „Dummheiten“ machen. Die sie ohne nie gemacht hätten…

        Btw: Clueful halte ich für ein wenig seltsam. Habe die mal parallel gegen zwei gleichartige Apps antreten lassen. Die haben sich dann teilweise auch gegenseitig „gefunden“ – wobei Clueful einem Mitbewerber vorwarf, die IMEI zu übertragen. Eine „unabhängige Prüfung“ ergab jedoch, dass dieser darauf nicht einmal Zugriff hatte. Clueful selbst hingegen schon – was es aber tunlichst verschwieg… Seitdem bei mir untendurch.

    • Ghetto-Blaster am Ohr ist geil :mrgreen:

      • Und absolut nicht bös gemeint! Mein „alter Herr“ hat sich auch so ein „kleines Monster“ geholt („in meinem Alter muss ich darauf ja auch noch was erkennen können“ – dem kann man schwer widersprechen :mrgreen: ). Wie Cassy ja selber schreibt: „Beim Telefonieren sieht das wirklich etwas dämlich aus“. Ich muss dann immer an die „wilden 70er und 80er“ denken, wo so mancher mit so einem Kasten auf der Schulter rumlief 😆

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