Cassys Blog über Männer, Frauen, Erotik & Feminismus

 

  

21. Januar 2014 von Cassandra Bouffier


Der kleine große Unterschied

 

 

Mittlerweile bin ich ja auch schon einige Zeit mit Bloggen beschäftigt und habe währenddessen viele Blogs besucht, dort kommentiert (oder auch nicht), mich gefreut, mich geärgert, einige zu meinen Lieblingsblogs erklärt und andere wieder aus meinem Feedreader rausgeworfen.

Interessant finde ich, dass auch hier die Menschen sehr geschlechtsspezifisch bloggen und kommentieren. Denn selbst wenn ich nicht weiß, wer genau sich hinter einem Blog verbirgt, erkenne ich doch bei den Schreibenden nach den ersten drei Artikeln, ob sich dort Männlein oder Weiblein mitteilt. Ausnahmen bestätigen natürlich auch hier die Regel.

Die Unterschiede sind eindeutig:

Männer verteilen Informationen, beziehen Stellung, machen Standpunkte klar, vertreten ihre Meinung oft mit Nachdruck und scheuen keine (sachliche) Kontroverse. Der Schreibstil ist meist schnörkellos, häufig humorvoll und dadurch recht unterhaltsam. Die Anerkennung ist wichtig, welche –falls vorhanden- durch Besucherzahlen, Statistiken u. ä. hervorgehoben wird. Kommentare lässt man unkommentiert stehen. Man hat ja gesagt, was zu sagen war.

Frauen schreiben mehr aus ihrem Privatleben und den “kleinen” Dingen des Lebens. Sie sind an der Meinung anderer interessiert, “besuchen” sich gegenseitig auf ihren Blogs und tauschen sich aus. Die Gemeinschaft, der Konsens und das Miteinander sind wichtig. Die Artikel enthalten viele Details und fallen dadurch länger aus. Sie antworten auf die Kommentare der Besucher, da ihnen der Dialog wichtig ist.

Männer und Frauen sind verschieden strukturiert und das ist auch gut so! Die Artikel der einen „Spezies“ sind nicht besser und nicht schlechter, als die der anderen. Im Gegenteil! Bei ähnlichen Themen kann der Leser durch unterschiedliche Perspektiven nur gewinnen.

Die geschlechtsspezifischen Merkmale sind natürlich in jedem Menschen anders verteilt. Es gibt sehr gefühlvolle Männer und Frauen, die sehr pragmatisch sind. Die Palette reicht auch hier von dunkelweiß über grau bis hin zu hellschwarz. Aber sie sind immer vorhanden.

Diese Unterschiede trennen uns jedoch nicht, sondern sind die Ergänzung zum “Anderen”. Was spricht dagegen, wenn ich mir von einem Mann “rationalen” Rat hole und er im Gegenzug von meinen “Emotionen” profitiert. So blöd das jetzt klingen mag!

Wenn Eure Partnerin ein “mieses Gefühl” bei einem Projekt hat, sollte das für Euch Männer Anlass genug sein, es nochmals zu überdenken.

Und wenn Euer Partner etwas Logik in das Gefühls-Wirrwarr, in dem Ihr Frauen Euch manchmal befindet, bringen möchte, sollte das Anlass genug sein, durchzuatmen und zuhören.

Dieser „kleine große“ Unterschied ist kein unüberwindliches Hindernis, dass es zu eliminieren gilt, sondern die Chance auf ein besseres Miteinander.

 

Ich wünsche euch noch eine schöne Zeit.
Eure

 

 

P.S.
Was ich schade finde, ist, dass es nur wenige bis gar keine Blogs gibt, auf dem “Er” und “Sie” zu einem Thema jeweils einen Artikel schreiben.

 

Autor: Cassandra Bouffier

Großstadtkatze und Bloggerin aus dem Rhein-Main-Gebiet. Sternzeichen Weibsstück, Aszendent Biest. Schreibt und lästert vorwiegend über Erotik, Männer, Frauen und Partnerschaften. Auch zu finden auf Google+ und Twitter

12 Kommentare

  1. Also einen Blog hätte ich, der zu Deinem „PS“ paßt: Guggst Du. Allerdings ist der letzte Eintrag leider schon etwas älter…

  2. Schöner (weiblicher) 😉 Artikel, sehe ich genau so. Ich lese Blogs von Männern und Frauen, bei mir lesen auch beide Geschlechter und die meisten „diskutieren“ in den Kommentaren mit 🙂

    Ich finde das gut und freue mich immer über Feedback.
    Ob ich einen Blog lese oder nicht entscheide ich anhand des Schreibstils und der Themen. So wird’s nicht langweilig :mrgreen:

  3. OMG, du erkennst das am Schreibstil? Dann hast du sichlich auch schon rausgefunden, dass ich heimlich 2 Ghostwriterinnen für mich schreiben lasse 😯

  4. Gut beobachtet :yes:
    Und auch als geouteter weibl. gerne Single lege ich regelmäßig Wert auf die männliche Betrachtungsweise einer Sache, das hilft zuweilen die Kirche im Dorf zu lassen oder das eine oder andere nicht ganz so emotional zu sehen :mrgreen:

  5. Tja, die „zwei Perspektiven Thematik“ haben ja Meike Winnemuth & Peter Praschl perfekt bearbeitet und waren Grund warum ich die neue Amica immer schneller in der Hand hatte, als meine damalige Freundin, die heute trotzdem Frau Mendweg ist.

    Ein solcher Blog wäre schön, aber meistens sind die beschriebenen Erlebnisse ja eher sehr individuell erlebte Geschichten, bei denen der Partner gar nicht dabei war.

    • Die Amica habe ich nie gelesen, daher sagt mir das nichts. Frauen die Zeitschrift vor der Nase wegzuschnappen, ist schon ziemlich mutig. Das muss tatsächlich Liebe sein. :zwinker:

      Es gibt auch genügend Blogs, die über allgemeine Themen schreiben. Und wer sagt denn, dass es der Partner sein muss?

  6. erwischt. Ich beziehe Standpunkte etc.
    Allerdings versuche ich in den Kommentaren zu kommunizieren, da die Leser das ja quasi provozieren 😉
    Hach da kommt dann wohl meine weibliche Seite durch ^^
    Aber ja: Blogs lassen sich eigentlich ziemlich schnell zuordnen.

    LG moechtegern-Held

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